Linux-Zertifizierung, ja! – Aber welche?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe sich ein Zertifikat für seine Linuxkenntnisse zu erwerben. Mehr dazu am Ende dieses Beitrags. Ebenso gibt es unterschiedliche Zertifikate. Ich versuche mir und meiner geneigten Leserschaft einen kleinen Überblick zu verschaffen. Es ist mein persönlicher Kenntnisstand (März 2016) und ich erhebe dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kommentare sind jederzeit willkommen!

Linux Essentials

Es ist das Einsteigerzertifikat und beschäftigt sich mit den Linux- und teilweise auch Computergrundlagen. Linux Essentials wird zum Teil von 10-jährigen Schülern bestanden. Aber ein Blick in die Anforderungen verrät, dass der Stoff nicht zu unterschätzen ist. Besonders die Kommandozeile muss ich mir genauer ansehen. Ich habe mir das Buch „Linux Essentials“ von Christian Hesse und Michael Gisbers gekauft. Es erschien bei „Open Source Press“. (ISBN: 978-3-941841-68-0) Es ist nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand (Version 1.0). Seit Mai 2015 lautet die aktuellen Version 1.5. Vielleicht ist auch deshalb das Buch nicht mehr vom Verlag direkt erhältlich. Kostenloses Lernmaterial steht bei der Tuxcadamy zum Download als PDF-Datei zur Verfügung. Tuxcadamy schreibt am 15.03.16: „Linux Essentials (deutsch). Ist immer noch 1.0 (1.5 kommt irgendwann), aber trotzdem nützlich.“ Der Vorteil der Essentials: Einmal bestanden hat man die Linux Essentials in der Tasche. Eine Rezerifizierung ist nicht vorgesehen. Es ist auch keine Voraussetzung für das LPIC-1.

LPIC-1

„Eine LPI-Zertifizierung ist keine Grundlagenausbildung um Linux zu lernen, sondern der Abschluß um sein Wissen als Profi zertifiziert zu bekommen! (…) Eine LPI-Zertifizierung ist das Ende einer Admin-Ausbildung und nicht etwa der Beginn!“ [1] So schreibt ein Schulungsunternehmen aus Hamburg. Nun habe ich mir das Buch „LPIC-1“ von Harald Maaßen aus dem Rheinwerk-Verlag gekauft. (ISBN 978-3-8362-3527-3) Bisher bleibt es selbst für mich relativ gut verständlich und verdeutlicht Themen, die ich in der Praxis bisher immer nur gestreift habe. Wenn das so bleibt, überlege ich, ob ich vielleicht doch gleich LPIC-1 absolviere. Aber für eine Entscheidung ist es jetzt noch viel zu früh. Erst muss ich sehen, welche Themen und in welchem Umfang sie auf mich zukommen. Ich gehe momentan davon aus, dass wenn ich mich auf LPIC-1 vorbereite, ich auch die Essentials auf jeden Fall packe. Über die wichtigsten Lernschritte werde ich eine extra Rubrik einführen und mir Gedankenstützen dort notieren. Bis November ist ja noch ein bisschen Zeit. LPIC-1 ist übrigens Voraussetzung um zum LPIC-2 antreten zu dürfen. LPIC-2 darf dabei nicht vor mehr als fünf Jahren abgelegt worden sein. Aber das und LPIC-3 sind für mich jedenfalls erst einmal zweitrangig. Erst möchte/ muss ich mich durch zumindest eines der beiden anderen kämpfen.

Meine Beweggründe für die Prüfung:

Wie schon meine Großmutter selig gerne zu sagen pflegte: „An Dingen die man kann, trägt man nicht schwer.“ Zugegeben, sie sagte auch: „Wer viel kann, muss viel tun!“, aber das lassen wir jetzt mal beiseite. Und außerdem: wer rastet, der rostet bekanntlich auch.

Jedenfalls habe ich mich entschlossen, mir noch ein paar von den „leichten Dingen“ aufzuladen.

Vor fast zehn Jahren bin ich notgedrungen mit Linux in Berührung gekommen. Mit der Zeit ist daraus, eine Liebe, wäre jetzt vielleicht übertrieben, aber zumindest eine ziemlich feste Freundschaft geworden.

Da ich immer gerne wissen möchte was „unter der Haube“ arbeitet und schon das ein oder andere mal mit Freude an der Linux-Systemoberfläche geschürft habe und weil ich einfach Lust darauf habe, werde ich mich in der kommenden Zeit tiefergreifend mit Linux auseinandersetzen.

Die heimische, gemischte IT-Landschaft administriere ich sowieso und ich weiß nach eigener Einschätzung von alle ein bisschen. Aber um vom gefährlichen Halbwissen aus ein noch gefährlicheres Ganzwissen zu erreichen, strebe ich die Zertifizierung an. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich dadurch ja auch eine berufliche Alternative.